Die Stadt als Gesamtkunstwerk
Architektur, Straßen, Plätze, Grün und Denkmäler bilden ein Ganzes. Wer an einer Stelle baut, baut am ganzen Bild mit.
Forum Stadtbild Berlin e. V.
Seit 2002 setzen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger dafür ein, Berlins historische Bausubstanz zu erhalten, Neues behutsam und angemessen zu ergänzen – und verlorene, stadtbildprägende Bauten wie Schinkels Bauakademie zurückzugewinnen.
Unsere Haltung
Das Forum Stadtbild Berlin, gegründet im Jahr 2002 von engagierten Bürgern, hat eine klare Mission: Berlin als ein technisches und künstlerisches Gesamtkunstwerk zu bewahren. Dies geschieht durch Vorträge, Ausstellungen und öffentlichkeitswirksame Aktionen. Unser Fokus liegt nicht nur auf dem Erhalt der historischen Bausubstanz, sondern auch auf der Wiederherstellung von Architektur aus stilprägenden Epochen – vom 17. Jahrhundert über Gründerzeit, Kaiserzeit und Weimarer Zeit bis zur Moderne.
Der Schutz und die Wiederherstellung wertvoller Gebäude sowie die Orientierung am historischen Grundriss der Straßen und Plätze dienen der Bewahrung der Berliner Identität. Wir sind davon überzeugt, dass die Wahrung der Erinnerungsorte und Traditionen essenziell für das Selbstverständnis einer Stadt ist. In diesem Sinne unterstützen wir das Planwerk Innenstadt und das Leitbild der europäischen Stadt.
Architektur, Straßen, Plätze, Grün und Denkmäler bilden ein Ganzes. Wer an einer Stelle baut, baut am ganzen Bild mit.
Der historische Stadtgrundriss spiegelt die Geschichte Berlins. Neue Planungen sollen sich an Straßen- und Platzfolgen orientieren – im Sinne des Planwerks Innenstadt.
Wir fordern und unterstützen die Wiedererrichtung verlorener Gebäude, Plätze, Parkanlagen, Kunstwerke und Denkmäler, wenn sie historisch bedeutsam und stadtbildprägend waren.
Pflasterung, Beleuchtung, Bepflanzung und prägende Bauten: Jedes Quartier soll seine ursprüngliche Stilprägung behalten oder wiedererlangen.
Weder extravagante Experimente noch Einfallslosigkeit. Wir verlangen eine Gestaltungssatzung mit Mindestanforderungen an Fassaden und Baumassen für das historische Zentrum und die Altbauquartiere.
Erhalten heißt auch: gebundene Energie bewahren, Ressourcen schonen, Abriss vermeiden. Denkmalpflege und Klimaschutz gehören zusammen.
Soll man rekonstruieren?
… muss die Frage rückhaltlos bejahenHermann Hesse, 1947
Nicht nur Hesse. Seither finden immer mehr Menschen zur Erkenntnis, dass der Wiederaufbau verlorener Gebäude und Stadträume ein hervorragendes Mittel zur Belebung, Verschönerung und Aufwertung ihrer Umgebung ist – und nicht zuletzt zur Auseinandersetzung mit der Geschichte eines Ortes.
Unser Leitprojekt
Die Bauakademie war Schinkels kühnstes Werk: ein roter Ziegelbau von strenger Klarheit, Lehrstätte der preußischen Baukunst und Wegbereiter der Moderne. Ihre Wiedererrichtung wäre ein städtebaulicher Eckstein für die Wiedergewinnung der historischen Mitte – und ein Haus für eine neue Berliner Baukultur.
Schieberegler bewegen. Eigene, vereinfachte Illustration – nicht maßstäblich.
Brennpunkte der Mitte
Im mittelalterlichen Kern schmale, gebogene Straßen, daneben das rechtwinklige Raster der barocken Erweiterung: Der Stadtgrundriss erzählt Berlins Geschichte. Hier bringen wir uns ein.
Aus unseren Texten
Kristian Ludwig · 2004
Warum sind wir so fasziniert von Fotografien des alten Berlin? Wahrscheinlich, weil sie für uns Betrachter immer wieder eine Überraschung darstellen. Denn wir sehen eine intakte Stadt, dicht bebaut mit abwechslungsreicher, ansprechender Architektur und einer Dachlandschaft, aus der nur die öffentlichen Gebäude und die Kirchen herausragen.
Im mittelalterlichen Stadtkern schmale, gebogene Straßen, anschließend die im rechten Winkel angelegten Straßen der barocken Erweiterung. Baumbestandene Alleen führen weiter zu den Quartieren des 19. Jahrhunderts. Der Straßengrundriss spiegelte die Geschichte der Stadt.
Das Forum Stadtbild Berlin fordert sowohl ein Ende extravaganter architektonischer Experimente als auch ein Ende der Einfallslosigkeit bei der Fassadengestaltung. Wir wollen ein Zurück zu traditioneller Bauweise in der Mitte Berlins.
Programm
Unsere Vortragsreihe widmet sich der Architektur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts und den Terraingesellschaften, die Berlin zur Großstadt machten. Gäste sind herzlich willkommen – Mitglieder wie Architekturinteressierte.
Minna-Cauer-Saal, 2. OG. Anmeldung per E-Mail an info@forum-stadtbild.org.
Kostenlos und weltweit zu empfangen. Anmeldung an Dr. Walter Lieberei.
In den Sommermonaten erkunden wir die Stadt vor Ort – zu Fuß oder mit dem Bus.
Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin
Minna-Cauer-Saal, 2. OG · Beginn 19 Uhr
Epochen der Berliner Baukultur
Jede Säule zeigt, wie viele unserer Veranstaltungen sich einer Epoche gewidmet haben. Wählen Sie eine Epoche, um ihre Themen zu sehen.
Aus dem Forum
Historische Wertpapiere
Das rasante Wachstum Berlins bis 1914 wurde mit privatem Kapital finanziert – samt Kanalisation, Pflasterung, Beleuchtung, Parks und Straßenbäumen. Einige historische Aktien der Terraingesellschaften geben wir gegen eine Spende ab und finanzieren damit unsere Vortragsreihe.
Spendenbestätigungen sind möglich; ein Verwaltungskostenbetrag von 10 Euro bleibt dabei unberücksichtigt.
Mitmachen
Der Verein hat seine Satzung neu gefasst und befindet sich im Neuaufbau. Kommen Sie zunächst zu unseren Vorträgen, machen Sie sich ein Bild von unserer Arbeit – und entscheiden Sie sich dann für eine Mitgliedschaft.
Wir nehmen keine öffentlichen Mittel in Anspruch. Jede Spende ermöglicht Vorträge, Publikationen und unsere Arbeit für die historische Mitte.
Berliner Sparkasse · Kontoinhaber: Forum Stadtbild Berlin e. V.
Vereinsregister VR 22462 B
Netzwerk
Wir arbeiten mit Bürgervereinen, Stiftungen und Institutionen zusammen – etwa in der Allianz Berliner Bürgervereine für die historische Mitte.
Kontakt